Ein großer Tag für Sonja

„Heute ist ein großer Tag für Sonja! Für sie geht es gemeinsam mit ihrer Tochter vom Hospiz in Lübbecke nach Dangast ans Meer. Und auch ihre beiden Freundinnen lassen es sich nicht nehmen, uns hinterher zu fahren. Als die Tour startet, ist Sonja die große Freude deutlich anzusehen.

In Dangast strahlt die Sonne mit allen Gesichtern um die Wette. Und schon gibt es das nächste Hallo! Ihr Sohn und ein guter Freund stoßen zu uns. Sonja ist so mobil, dass sie mit uns im Rolli am Strand spazieren kann. Dieser Strand scheint ein beliebter Ort für Hochzeiten zu sein. Es wird viel gelacht, gerätselt und überlegt, wer denn wohl der Bräutigam der Braut ist. Unsere Stimmung ist mindestens genauso gut wie die der Hochzeitsgesellschaft.

Nach dem Spaziergang geht es ins Restaurant mit Meerblick. Insgesamt sitzen wir nun mit 12 Personen am Tisch, denn auch die Schwiegertochter und zwei Enkelkinder gesellen sich zu uns. Es ist so schön zu erleben, wie Sonja ihre Gesellschaft genießt und aufblüht. Doch irgendwann verabschiedet sie sich, um zurück zum Wünschewagen zu gehen und sich ein wenig auszuruhen.

Als auch wir zum Wagen kommen, finden wir ein geknüddeltes Taschentuch auf der Windschutzscheibe. Was mag da drin sein? Nachdem wir es ausgepackt haben, finden wir darin einen kleinen Stein und die Lösung des Rätsels. Auf dem Taschentuch steht, dass ein Pärchen um einen Anruf bittet, weil sie sich für das Projekt interessieren. Wir erfahren, dass die Frau als Pflegefachkraft tätig ist und im TV vom Wünschewagen erfahren hat. Sie möchte so gern einmal in den Wagen schauen. Also machen wir mit Sonja zusammen eine kleine Führung durch den Wagen. Das Paar ist total beeindruckt. Sie sind nicht die einzigen, die uns an diesem Tag ansprechen und uns mitteilen, wie schön sie dieses Projekt finden. Ja, auch wir Wünscherfüller:innen sind stolz, ein Teil des Projekts sein zu dürfen. Jedes Lächeln von Sonja bestärkt uns in unserem Tun. Ein rundum gelungener Tag. 

Nach einer Weile kommt auch der Rest der Gesellschaft wieder zum Wünschewagen. Zum Abschluss gibt es für Sonja noch ein Eis, es wird noch einmal viel gelacht, für Fotos posiert und viel Seeluft eingefangen. Denn nur im Wünschewagen kann man nämlich die Seeluft mit nach Hause nehmen! Dazu wird unser Nackenhörnchen von allen kräftig gedrückt, um die alte Luft herauszudrücken. Die Freundinnen drücken es fest ans Herz, der Sohn quetscht es mit aller Kraft an seiner Brust und auch die Tochter und alle anderen drücken, was das Zeug hält. Danach füllt sich das Kissen mit Meeresluft. Mit diesem prallgefüllten Kissen und all den schönen Erinnerungen geht es nach einer herzlichen Verabschiedung zurück zum Hospiz. Ein einmalig schöner, sonniger Tag am Meer geht zu Ende… 

Als Sonja wieder in ihrem Bett liegt, reicht sie grinsend einer Mitarbeiterin im Hospiz ihr Nackenhörnchen und fragt: ‚Na, riechst Du die Meeresluft?‘ Wir müssen alle herzlich lachen und verabschieden uns von Sonja.

Ein Bericht unserer westfälischen Wunscherfüllerin Elli Kerperin.